Archiv: Programm 2007

 

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Vorträge

 

 

Do. 19. Juli 2007

19.00 Uhr

Peter Strutynski: Begrüßung

19.00 Uhr

Helge von Horn: "Frieden von rechts Außen?" - Versuche der Einflußnahme auf die Friedensbewegung

 

Fr. 20. Juli 2007 - "weltweiter Terror - weltweiter Krieg"

09.00 Uhr

Werner Ruf: "Feindbild Islam"

12.00 Uhr

Vorstellung der Workshops

 

Sa. 21. Juli 2007 - "Krieg und Frieden im 21. Jahrhundert"

09.00 Uhr

Erhard Crome: "Die Kriege des 21. Jahrhunderts"

11.00 Uhr

Conrad Schuhler: "Rohstoffimperialismus - Weltweiter Kampf um Energie"

 

So. 22. Juli 2007 - "Friede den Hütten"

09.00 Uhr

Dario Azzelini: "Lateinamerika - ein Kontinent im Aufbruch"

11.00 Uhr

Podiumsdiskussion: "Wie wichtig ist die Friedensfrage für die Jugendbewegungen?"

 

Workshops

 

Die Workshops gehen über zwei Tage und finden am Fr. den 20. Juli und am Sa. den 21. Juli von 15.00 - 18.00 Uhr statt.

 

Lühr Henken

"Germans to the Front"
Die Militarisierung der EU und das Weißbuch der Bundeswehr      mehr...

 

Clemens Ronnefeldt

"Pulverfass Naher Osten"
Vom Israelisch-Palästinensischen Konflikt zu den Kriegsdrohungen gegen Iran      mehr...

 

Hugo Braun

"Öffentlichkeitsarbeit in lokalen Friedensgruppen"
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Ljiljana Verner

"Krieg und Gewalterfahrung aus Geschlechterperspektive"
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Anne Rieger

"Spart endlich an der Rüstung" - Alternativen zum Sozialabbau      mehr...

 

Elke Zwinge-Makamizile

"Verfassungen im Vergleich" - Venezuelas neue Verfassung und der neue EU-Verfassungsvertrag
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Andrea Kamieth

Trommel-Workshop (Teilnehmerzahl begrenzt)      mehr...

 

zusätzlicher Workshop:

 

Die Kampagne "Bundeswehr raus aus Afghanistan"

 
 
 

"Germans to the front ?" -
Die Militarisierung der EU und das Weißbuch der Bundeswehr

 

In diesem Workshop soll es darum gehen, die wesentlichen Inhalte des Weißbuchs der Bundeswehr kritisch zu durchleuchten.

 

Ist die Bundeswehr eine Verteidigungsarmee, sind ihre Soldaten so etwas wie bewaffnete Entwicklungshelfer oder wird die Bundeswehr ausgerüstet und ihre Soldaten gedrillt, um weltweit interventions- und angriffsfähig zu werden?

 

Geht es um die Bekämpfung von Terrorismus, Piraterie, um Energiesicherung oder die Verhinderung der Ausbreitung vom Massenvernichtungswaffen?

 

Werden Kriege um Rohstoffe geplant?

 

Was verbirgt sich hinter dem Schlagwort von der Militarisierung der EU?

 

Ist es übertriebene Propaganda oder lassen sich in Praxis und einschlägigen Dokumenten wie z. B. im gescheiterten Europäischen Verfassungsentwurf oder der Europäischen Sicherheitsstrategie handfeste Belege dafür finden?

 

Welche Rolle spielten und spielen die Bundesregierungen und die Bundeswehr in diesem Zusammenhang?

 

 

"Pulverfass Naher Osten" -
Vom Israelisch-Palästinensischen Konflikt zu den Kriegsdrohungen gegen Iran

 

In diesem workshop werden die Grundlinien des israelisch-palästinensischen Konfliktes herausgearbeit. Wichtige Punkte werden die Besatzung, die Siedlungspolitik, die Frage des Status von Jerusalem und die Flüchtlingsfrage sein. Anhand von Karten und Friedensplänen wird Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes, anschaulich Grundlagen zum Verständnis des Jahrhundertkonfliktes legen.

 

In einem zweiten Teil wird er Bilder seiner letzten Nahostreise zeigen:

Vom 17.-28. Oktober 2006 nahm er an einer Begegnungsreise nach Israel und in die Westbank teil. Die Reise führte u.a. nach Bethlehem, Ramallah, Hebron, Jericho, Jerusalem und in das Dorf Neve Shalom - Wahat al Salam (Oase des Friedens).

 

Das "Arab Educational Institut" in Bethlehem sorgte für die Unterbringung der Gruppe in palästinensischen Gastfamilien und organisierte Termine und Busreisen vor Ort.

 

Begegnungen hatte Clemens Ronnefeldt u.a. mit dem alternativen Nobelpreisträger Uri Avnery in Bilin und mit dem Historiker Reuven Moskovitz in Jerusalem. Im Büro der größten israelischen Menschenrechtsorganisation B�Tselem informierte er sich über die aktuelle Menschenrechtslage, ebenso bei den Rabbinern für Menschenrechte. In Bethlehem konnte er mit Mitarbeitern des Ökumenischen Begleitdienstes des Weltrates der Kirchen sprechen, in Hebron mit Vertretern des Christian Peace Maker Teams.

 

Clemens Ronnefeldt wird Bilder vom Mauer- und Grenzzaunbau vor allem in Bethlehem zeigen, ebenso von einer Friedenskundgebung gegen den Grenzzaunbau in Bilin. Er wird auch zahlreiche Friedensinitiativen beider Seiten vorstellen, die von Deutschland aus unterstützt werden können.

 

Clemens Ronnefeldt wird auch Perspektiven für eine Konfliktlösung im Nahostkonflikt aufzeigen sowie eine Einschätzung der aktuellen Lage vornehmen. Im Anschluss an seinen Vortrag besteht die Möglichkeit für Rückfragen sowie zur Diskussion.

 

 

"Öffentlichkeitsarbeit in lokalen Friedensgruppen"

 

In diesem Workshop wollen Aktive aus der örtlichen Friedensarbeit mit erfahrenen Presseleuten über Möglichkeiten und Grenzen einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit für die friedenspolitischen Anliegen sprechen.

 

Sie machen sich mit den Basisdaten der Massenmedien vertraut, und sie werden die Eigentumsverhältnisse des deutschen Pressewesens und die daraus folgenden ökonomischen und politischen Interessen betrachten.

 

Sie wollen darüber diskutieren, wie unter den gegebenen Umständen dennoch eine Gegenöffentlichkeit hergestellt werden kann.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Workshops werden ihre unmittelbaren Erfahrungen darüber austauschen, mit welchen Mitteln und Methoden sie in ihrem Bereich Zugang zu unterschiedlichen Medien gefunden haben.

 

 

"Krieg und Gewalterfahrung aus Geschlechterperspektive"

 

Gewalt ist ein komplexes Phänomen das in Wechselwirkung zahlreicher Faktoren wie z.B. sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und politischer wurzelt.

 

Eine zentrale Rolle für die Gewaltausübung bzw. deren Legitimierung spielen die Geschlechterverhältnisse.

 

Rollenklischees vom "kriegerischen" Mann als Gegenstück zur "friedfertigen" Frau kaschieren die hierarchische Machtverteilung und begünstigen eine Kriegskultur. Sie stützen das Zerrbild von Kriegsgrund und Kriegsergebnis über den Opferstatus von Frauen und haben zur Legitimation von Kriegen der neuen Weltordnung beigetragen.

 

In diesem Workshop soll der mehrdimensionale Gewaltbegriff über ein ökologisches Erklärungsmodell vorgenommen werden und Gewalterfahrungen vor, während und nach dem Krieg aus der Frauen- und Männerperspektive beschrieben werden.

 

Es soll über die Einstellungen von Frauen und Männern zu Krieg und Frieden reflektiert werden, um daraus möglicherweise praxisrelevante Erkenntnisse für die Erlangung eines dauerhaften Friedens zu gewinnen.

 

 

"Spart endlich an der Rüstung" -
Alternativen zum Sozialabbau

 

Lasst uns sprechen über den baulichen Zustand von Kasernen und Schulen, Kindergärten und Kriegsfregatten, Universitäten und Tornados, Straßen und Brücken in Deutschland und der Fluglandebahn für Tornados in Masar-i-Shari; von zu wenig ErzieherInnen in Kindergärten und 14.000 SoldatInnen, die gleichzeitig weitweit eingesetzt werden können, von 1.440.000 Langzeitarbeitslosen, 81.000 arbeitslosen Jugendlichen unter 20 Jahren und der Werbung der Agentur für Arbeit für die Bundeswehr, vom Lehrermangel und der Tätigkeit von 400 Jugendoffizieren der Bundeswehr in Schulen und anderen Einrichtungen.

 

Last uns ein Konzept erarbeiten, das heute ein Antwort auf die Frage gibt, die bereits 1982 Wolfgang Abendroth gestellt wurde: "Was könnte die Friedensbewegung tun, um sich stärker in Kern der Arbeiterbewegung zu verankern?

 

Der Prof. für Politikwissenschaft in Marburg, Mitglied des Staatsgerichtshofs des Landes Hessen, Dozent an der Akademie der Arbeit des DGB, mit engen Kontakten zum SDS, antwortete:

 

"Die Friedensbewegung verfügt hier durchaus über Möglichkeiten. Dies gilt gerade für die gegenwärtige Situation der ständigen Kürzungen von Sozialleistungen zur Balancierung des Bundeshaushalts - ein Problem, das über den Bundeshaushalt für 1983 hinaus längerfristig bestehen bleibt ... Und in dieser Situation könnte die Friedensbewegung dadurch, dass sie die Dauerbelastung der öffentlichen Haushalte durch den zu absurden Dimensionen aufgeblähten Rüstungsetat und die zahlreichen indirekten Ausgaben und Subventionen für Rüstungszwecke als Diskussionsthema ständig in die Gewerkschaftsbewegung hinein trägt, hier sehr viel bewirken, auch zur Aktivierung der täglichen gewerkschaftlichen Arbeit. Friedensbewegung und Gewerkschaftsbewegung sind beide objektiv aufeinander angewiesen und können ihre zentralen Ziele nicht durch Isolierung voneinander, sondern nur durch gemeinsame Aktionen erreichen."

 

Ein Ziel, dass es wert ist, sich an zwei Nachmittagen darüber einen Kopf zu machen.

 

 

"Verfassungen im Vergleich" -
Venezuelas neue Verfassung und der neue EU-Verfassungsvertrag

 

Der Vergleich beider Verfassungen erfolgt mit der Absicht zwei gegensätzliche Gesellschaften in ihren Strukturen aufzudecken und unseren Blick für reale Alternativen zu Neoliberalismus und Militarisierung zu öffnen.

 

In dem Seminar können die Teilnehmer in Gruppen arbeiten, ihre Ergebnisse vielleicht auch öffentlich wirksam umsetzen und durch kleine musikalische Auflockerung (z.B. durch neu "gedichtete" Europahymne) nicht nur mit dem Kopf beteiligt sein. Die instrumentale Begleitung von einem Teilnehmer wäre großartig.

 

 

 

 

Trommelworkshop

 

Mit Klatschübungen und Bodypercussion grooven wir uns in einen afrikanischen Rhythmus ein, den wir dann - nach Einübung der Grundschlagtechniken - auf der Trommel spielen. Basstrommel und Kleinpercussion kommen dazu und bringen den richtigen Sound. Auf Wunsch kann auch noch gesungen werden.

 

Im Vordergrund dieses Workshops steht der Spaß am Rhythmus und Zusammenspiel. Musikalische Vorerfahrungen sind nicht erforderlich

 

 

 

 

Exkursionen

 

 

Im Rahmen der Anreise zur Sommerakademie - am Donnerstag den 19. Juli - wollen wir die Möglichkeit bieten, an zwei Exkursionen teilzunehmen:

 

 

1. Biosphärenreservat Rhön:

 

Antimilitaristische Wanderung zum Truppenübungsplatz Wildflecken. Spannungsfeld Militär und Umwelt. (Leitung: Knut Krusewitz, Heike Maul)      mehr...

 

Treffpunkt: 11.00 Uhr, Am Eingang zum Hauptbahnhof Fulda

 

 

2. KZ Gedenkstätte Buchenwald:

 

Führung und Vortrag zur Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald. (Leitung: Ulrich Schneider, VVN)

Treffpunkt: 11.00 Uhr, Am Eingang zum Hauptbahnhof Weimar

 

 

Bitte teilt uns in der Anmeldung mir, ob Ihr mit dem Auto oder der Bahn anreist und Plätze für die Weiterreise nach Oberhof benötigt oder anbieten könnt.

 

 

 

 

Antimilitaristische Wanderung zum Truppenübungsplatz Wildflecken. -
Spannungsfeld Militär und Umwelt.

 

(Leitung: Knut Krusewitz, Heike Maul)

 

Die militärhistorisch fundierte Exkursion führt einige Kilometer entlang des Truppenübungsplatzes Wildflecken. Dies von der NS-Wehrmacht 1937 geschaffene Kriegsübungsgebiet wurde nach 1945 von der US-Army übernommen und in den achtziger Jahren im Rahmen ihrer Fulda-Gap-Planungen erweitert. 1994 zogen die US-Streitkräfte das Areal frei.

 

Der Versuch einer Bürgerinitiative, für das hochverseuchte Militärgebiet anschließend ein Konversionsprogramm durchzusetzen, scheiterte. Zwar war die Rhön auf Initiative der letzten DDR-Regierung inzwischen von der UNESCO zur internationalen Modellregion - zum Biosphärenreservat -, erklärt worden, aber die Bundeswehr bestand auf einer Nachnutzung.

 

Die von uns 1995 gegründete Rhöner Friedenswerkstatt inszenierte daraufhin eine jahrelange Auseinandersetzung darüber, ob in einem Biosphärenreservat Krieg geübt werden darf. Hintergründe und Ausgang dieses in der UNESCO-Geschichte beispiellosen Konflikts haben wir 2001 in einem Buch veröffentlicht.

 

 

 

Referentinnen und Referenten

 

 

- Dario Azzellini, Berlin

- Hugo Braun, Journalist

- Dr. Erhard Crome, Rosa-Luxemburg-Stiftung

- Lühr Henken, Hamburg

- Andrea Kamieth, Kassel

- Knut Krusewitz, Friedenswerkstatt Rhön

- Heike Maul, Friedenswerkstatt Rhön

- Anne Rieger, Bundesausschuss Friedensratschlag, IG Metall Waiblingen

- Clemens Ronnefeldt, Internationaler Versöhnungsbund

- Prof. Dr. Werner Ruf, AG Friedensforschung Uni Kassel

- Dr. Ulrich Schneider, VVN, Kassel

- Conrad Schuhler, ISW München

- Dr. Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag, Kassel

- Dr. Ljiljana Verner, Hannover

- Elke Zwinge-Makamizile, Berlin

 

und andere mehr...

 

 

 

 

Bundesausschuss Friedensratschlag, Germaniastraße 14, 34119 Kassel